Gestern nach dem Abendessen - es gab Roastbeef - laufen wir Svolvaer an. Wir beschließen einen kleinen Verdauungsspaziergang zu machen und reihen uns in die Warteschlange auf Deck 3 ein. Das Ausfahren der Passagierbrücke dauert etwas länger als üblich.
Draußen überlegen wir, ob wir zu den Eisskulpturen gehen sollen. Da wir kein Geld dabei haben - an Bord reicht die Kabinenkarte - erübrigen sich weitere Überlegungen. Wir machen einen Hafenrundgang. Es gibt eine recht hübsche Hotelanlage mit vielen kleine Holzhäuschen und einem Restaurant mit einer Glasfront über zwei Etagen zum Hafen hin. An einem Haus sind die Balkons als Schiffsbug gestaltet.
Beim Abendessen wurde schon angekündigt, dass es um 23:30 Uhr in den Trollfjord geht. Wir nehmen also unsere Beobachtungsplätze ein, mit Fernglas, Foto und Garmin und warten ab, wo es hingeht. Erst um eine Insel herum und dann tun sich Backbord zwei schmale Buchten auf. Das Schiff steuert laut Garmin die schmälere von beiden an. Im Geiste höre ich schon das Geräusch von Stahl der auf Fels knirscht. Rein optisch passen wir da nie und nimmer durch. Aber es ist genug Platz. Es würde mich nicht wundern am Ende des Fjords die Queen Mary 2 zu sehen, während deren Ausflugsboote die Passagiere im Fjord herumschippern. Die Queen Mary 2 ist nicht da, aber ein einsamer Bewohner bannt das ganze Schauspiel auf Fotos. Man sieht das Blitzlicht - ob das reicht, die ganze Szene auszuleuchten? Es ist 23:45 und immer noch hell. Das merkwürdige an der Mitternachtssonne ist, dass abends mangels Dunkelheit, die Müdigkeit nicht so richtig einsetzen will. Das ganze Schauspiel hat auch unsere Nachbarin munter gemacht. Im Bademantel erscheint sie auf dem Balkon. Das Schiff dreht inzwischen und der Kapitän fährt zur Gaudi der Gäste ziemlich nahe mit dem Bug an eine Felswand heran. Er dreht und es geht wieder raus. Im Aussichtsdeck wird derweil Trollsuppe serviert. Was da wohl drin sein mag? Troll in Stückchen? Wir kontrollieren noch unsere Fotos und gehen um 01:00 Uhr immer noch nicht müde schlafen.