Um 8:15 legt das Schiff in Trondheim an. Ich stehe gerade unter der Dusche und spüre ein Schaukler während des Anlegemanövers. Das erinnert mich daran, wie ich bei Cairns am Barrier Riff auf der Dusche von einer Woge durch verriegelte Tür katapultiert worden bin. Das Schließblech war herausgebrochen und ich hatte am rechten Unterarm eine grossen blauen Fleck - hier ist die See wesentliche ruhiger und das Schiff größer.
Die anderen sind bereits zum Ausflug in die Stadt unterwegs. Wir frühstücken ersteinmal. Heute gibt es Grapefruit - das Obst ist hier nicht gerader der Hit - und die braune undefinierbare Masse - siehe Bergen - die angeblich Ziegenkäse ist.
Um 09:15 Uhr geht es Richtung Dom. Vorbei an den Holzhäusern am Fluss. Einige haben eine Kranhaken am Giebelfirst. Auf der Strasse ist ein Kindergartenausflug unterwegs. Die kleinen haben Sicherheitsumhänge im Leuchtfarben und winken brav, waehrend wir sie fotografieren.
Schließlich erreichen wir den Dom. Die bedeutendste Gotikkirche in Skandinavien. Es gibt schöne Wasserspeier und eine eindrucksvolle Frontfassade zu sehen. Für 40 NOK kann man den Dom mit Führung besichtigen, den Turm besteigen, in die Krypta gehen und noch ein Museum anschauen. Um das Alles zu nutzen, müssten wir einen Tag dranhängen.
Drinnen ist es stockfinster wie in einem Kohlbergwerk. Nachdem sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, können wir die Schönheit des Gebäudes bewundern. Wir machen ein paar Fotos mit Langzeitbelichtung, die recht ordentlich werden, besonders die bunten Glasfenster.
Wir gehen zur Turmbesichtigung. Um 10:30 beginnt die nächste, das ganze dauert 20 Minuten. Wir nehmen in der Wartezone Platz. Vor dem Aufstieg werden die Gäste noch gewarnt: Personen mit Herz//Kreislauf//Knieproblemen, Asthma und Klaustrophobie sollten sich dass ganze noch einmal überlegen: Der Gang ist die typische enge mittelalterliche Wendeltreppe. Leute vom Typ Rainer Calmund würden einfach steckenbleiben. Die Beleuchtung ist vorhanden aber mäßig. Zwischen drin ist ein Gang oberhalb des Kirchenschiffes mit Blick nach innen in die Kirche. Oben angekommen werden wir mit einem wunderbaren Rundblick belohnt. Wir machen in jede Richtung jede Menge Bilder. Der Abstieg ist getreu der alten Bergsteiger Weisheit schwieriger als der Aufstieg. Die Schwerkraft hilft, aber die spärliche Beleuchtung erweist sich als hinderlich.
Wir gehen zurück in Richtung Schiff. Unterwegs kaufen wir ein paar Blümchen für die Kabine, eine Wasserdichte Einwegkamera für den Ausflug zu den Saltstrumen und ein paar Erdbeeren. Wir knipsen noch den Stiftsgaden und hecheln in tröpfelnden Regen zum Schiff. Heute nachmittag haben wir frei!