Der Vorhang im Hotel ist gut lichtdicht. Wir haben es noch gerade zum Frühstück geschaft. Es gibt das Übliche plus ein paar Fischspezialitäten und eine braune in Scheiben geschnittene Masse mit schwer definierbarem Geschmack. Schlag 10:00 Uhr wird das Buffet gnadenlos abgeräumt. Wir packen in Ruhe und stellen die Koffer bei der Reception unter
Gestern hatten wir die Kamera nicht dabei Das muss heute nachgeholt werden. Also nochmal über den Fischmarkt. Lachs, Krebse und Wal geknipst, Dann weiter nach Bryggen zu den alten Holzhäusern. Die schmalen Gänge zwischen den Häusern sind besonders interessant. Es ist aber nicht so einfach ein gutes Bild zu schießen, wenn sich die Touristenmassen durch die Gänge zum nächsten Pullover-Shop wälzen. Schwuppdiwupp ist es Mittag.
Wir fahren mit der Floienbahn auf den selbigen. Wir haben Glück mit dem Wetter und er Sicht. Die ganze Bergenbucht ist zu sehen. Die Stadt selbst ist sehr übersichtlich. Wir machen einen kleinen Spaziergang durch den Wald zu einem See. Der Weg ist teilweise asphaltiert und hat Beleuchtung. Dort grillt eine Gruppe mit vielen Kindern im inzwischen strömenden Regen - echte Kampfgriller. Wir stellen uns einen Asphalts weiter unter. Ein paar bunte Piepmätze kommen und picken die Krümel von vorhergehenden Picknicks auf - kommt daher das Wort Picknick: Picken dabei mit dem Kopf nicken?
Der regen lässt nach und wir gehen weiter. Wir folgen einem Schild mit der Aufschrift Floien. Der Weg geht quer über den Hügel und hat keine Beleuchtung. Nach 10 Minuten sind wir wieder auf der Promenade angelangt, aber wie geht es weiter? Rechts oder links. Wir entscheiden uns spontan für rechts, was sich als falsch herausstellt. Navigation nach Gefühl ist in unübersichtlichem Gelände halt Glückssache. Also wieder kehrt marsch und nach weiteren 5 Minunten sind wir wieder an der Bergstation der Floienbahn. Genau gesagt am Spielplatz. Davor steht ein riesiger Troll aus Holz. Zwei Japanerinnen posieren kichernd davor. Der Rest der Gruppe macht Photos. Wie gehen in das Café - Selfservis - und nehmen 2 Tassen plus Kuchen(Apfel und Nuss). Der Preis ist sehr norwegisch inklusive Aussichtszuschlag. Dafür ist das Herren WC sehenswert. Alles in dunkler Holzvertäfelung. Ein interessanter Kontrast zu den weissen Porzellanbecken.
Rechtzeitig zur Einfahrt der MS Finnmarken begeben wir uns zum Aussichtsplatz. Es nieselt - der Bergener soll 25 verschiedene Wort für Regen kennen. Um 14:10 Uhr erscheinen die ersten Konturen im Nebel. Nach einer kurzen Wende legt es an. Wir fahren wieder runter in die Stadt. Im Gegensatz zur Bergfahrt hält jetzt die Bahn an allen Zwischenstationen.
Unten streifen wir noch kurz durch die Straßen in der Nähe des Fischmarktes, trinken einen Kaffee beim Baker Brun - der hiesige Müller. Meine Messersammlung bekommt Zuwachs (Helle Jagdmesser in Zweilagentechnik - echt scharf das Teil).
Dann wird es langsam Zeit zum Einschiffen. Im Hotel lassen wir das Zimmer für die Rückreise auf der Wasserseite reservieren, schnappen unsere Koffer und marschieren zum Taxistand. 65 NOK später sind wir am Hurtigrutenkai. Es ist Check in wie im Flieger. Keine Schlange! Wir geben die Koffer ab. Sie werden aufs Zimmer gebracht. Die sind aber erst ab 18:00 Uhr frei. Genug Zeit um sich um zu schauen, die Kreditkarte zu registrieren und den Tisch fürs Abendessen zu buchen. Erste Schicht ,Blick nach Achtern. Es gibt auch Internet an Bord.
Um 19:00 Uhr ist das Zimmer endlich frei. Strom gibt es nur mit Zimmerkarte, aber wir haben noch einen Taschenkalender im gleichen Format. Die Zahnbürste muss dringend an den Tropf. Dann Abmarsch zum Abendessen, denn um 20:15 ist Sicherheitsappell für die deutschsprachigen Passagiere auf dem Panoramadeck. Das Abendessen ist sehr gut. Der Nachtisch könnte etwas besser sein. Es gibt viel Fisch.
Dann geht es zum Sicherheitsappell. Die Offiziere und der Kapitän machen ihr Dienerchen. Es wird demonstriert wie man Überlebensanzug und Schwimmweste anlegt. Außerdem wird besonders für uns Deutsche daraufhingewiesen, dass das Reservieren von Plätzen auf dem Panoramadeck verboten ist. Reservierungsgegenstände werden konfisziert und verkauft, erklärt der Tourguide Pieter mit seinem Wenke Myhre Akzent. Zum Abschluss gibt es pro Kabine ein Büchlein über die Fahrt.
Wir gehen in unsere Kabine. Die Koffer sind inzwischen da. Wir packen aus, probieren den Armagnac und genießen den Blick aufs Meer. Als wir die offene See erreichen, wird es ein bißchen schaukelig. Soll man Seekrank werden? Wir überlegen. Wir zappen kurz durchs Fernsehprogramm. Der einzige deutsche Sender ist das ZDF - passend zum Durchschnittsalter der Passagiere. Weil es immer noch hell ist, ziehen wir um 23:00 Uhr die Vorhänge zu und lassen uns in den Schlaf schaukeln.