Der Weckdienst um 5:00 Uhr ist gnadenlos pünktlich. Die Helligkeit in der Frühe erleichtert das Aufstehen etwas, aber irgendwie war die Nach einfach zu kurz. Duschen, Zähneputzen, zahlen und en richtigen Kreisel und das richtige Parkhaus finden!. Die Straßen um den Flughafen sind immer wieder ein neues Abente ur
Die Sicherheitskontrolle ist preußisch gründlich: Gürtel aus der Hose ziehen - sie rutscht nicht runter - den Rucksack dreimal durch den Scanner gejagt, verdächtige Teile wie Digitalkamera und elektrische Zahnbürste werden kritisch beäugt. Der Dosen, Flaschenöffner mit Klinge in meine Geldbörse wird auch diesmal wieder nicht entdeckt. Das Obstmesser aus dem Waschzeug liegt im Auto.
Endlich drinnen genehmigen wir uns einen Cappuccino. Croissants lehnen wir dankend ab, was wir noch bitter bereuen werden. Bei SAS in der Holzklasse gibt es kein Frühstück und der Pappbecher Kaffee kostet stolze 3 EUR. Darauf verzichtet man gerne. Der Flieger startet am Gate B02 am äußersten Ende, sozusagen auf halbem Wege nach Kopenhagen.
Der Flug ist ruhig und die Sicht gut. Wir sehen Braunkohlegruben, Rostock, die Brücke nach Malmö und Kopenhagen im Nebel. Bevor wir in den Transitbereich dürfen, müssen wir noch einmal durch eine Sicherheitskontrolle. Traut man den Münchner nicht? Der Rucksack geht nur einmal durch den Scanner und der Gürtel bleibt dran. Also nur ein pro Forma Check.
Im Duty Free decken uns mit Armagnac, Parfüm und Lakritze ein. Am Gate sitzen erstaunlich viele Franzosen. Ich werde an Bord auch prompt mit "Bonjour" begrüßte und respondiere brav "Bonjour Madame".
Je näher wir Bergen kommen, um so mehr Wolken ziehen auf. Als wir gelandet sind, regnet es blasen. Alle fischen ihre Regenjacken heraus und machen Witze über das Wetter. In der Wartelounge riecht es nach Essen, genauer nach kalorienhaltigem Essen. Das fehlende Frühstück meldet sich mit nervigen Magenknurren. Es folgen die spannendsten Minuten nach dem Flug: Das Warten am Gepäckband. Koffer Nr. 1 ist einer der ersten. Koffer Nr. 2 braucht noch 10 Minuten. Wahrscheinlich werden die Ladearbeiter extra geschult zusammenhängendes Gepäck so zu verteilen, dass es im maximalen zeitlichen Abstand auf das Gepäckband kommt.
Dann geht es nach draussen: Keine Passkontrolle. Zoll ist da, will aber nichts von uns. Wir haben auch nichts für ihn. Wir fragen gleich nach unserer Internet-Mietwagenbestellung - Alles OK - den zugehörigen Voucher werden wir am Nachmittag in einem Internet Café drucken.
Der Bus in die Stadt ist voll. Nach dem ersten Kreisel lege ich den Sicherheitsgurt an. Die Kurven werden mit südländischem Temperament im MINI Cooper S-Style genommen - ob das am Golfstrom liegt? Wir steigen am Fischmarkt aus und gehen die letzten paar hundert Meter zum Hotel zu Fuß. Zur Abwechselung regnet es nicht. Wir haben ein Zimmer zur Straße, aber die Fenster sind gut isoliert.
Die Speisekarte im Hotel - Eigenwerbung "bestes Fischrestaurant in Bergen" - ist enttäuschend. Es riecht nach Seetang und die Tischdecke hat Flecken. Wir suchen uns - trotz knurrendem Magen - lieber etwas anderes.
Am Fischmarkt gibt es neben Fisch, Krebsen und Walfleisch auch die Souvenirs, denen wir in den nächsten Tagen nicht entkommen werden: Norweger Pullover und Rentierfelle. Wir werfen zwei Krabben-/Krebssemmeln ein, um den ärgsten Hunger zu bekämpfen. Dann laufen wir das nächste Fischrestaurant an. Das Essen ist gut und die Preise angemessen. Die Norweger brauen auch ordentliche Biere.
Weiter geht es am Hafen entlang zum Altstadtviertel Bryggen. In den alten Holzhäusern reiht sich ein Souvenirladen an den anderen. Wer kauft all die Pullis. Wir schlendern noch etwas durch die Stadt. Vorbei an einem Brunnen mit der Statue von Ole Bull - dem norwegischen Paganini , der recht grimmig dreinschaut wie: "Kommt nur Ihr Noten! Ich spiele Euch alle, auch wenn Ihr noch so kurz seid". Wir besichtigen den botanischen Garten. Klaus J. aus N. wäre begeistert vom Gewächshaus: Bananen und Kannenpflanzen. Draussen blühen die Rhododendren. Es tröpfelt ist aber erstaunlich warm dabei. Wir sind müde vom frühen Aufstehen und er kurzen Nacht. Also geht es zurück ins Hotel ein Nickerchen machen.
Das Restaurant, welches wir zum Abendessen ausgeguckt haben ist montags kein Restaurant. Wir gehen weiter bis zum "Enhjörningen" in Bryggen. Es liegt im ersten Stock, dahin führt eine krumme Holztreppe. Es sind noch genau zwei Plätze frei. Wir essen Fischsuppe, Lachs in Aquavit gebeizt, Fischdreierlei und Bacalao, das ist Fisch mit Käse überbacken (kein Witz Detlef!). Schmeckt sehr lecker - mindesten vier andere Gäste haben das ebenfalls bestellt.
Da es um 21:30 Uhr noch immer keine Anstalten macht richtig dunkel zu werden, besichtigen wir die Haakans Hallen von aussen und den internationalen Hafen. Dort liegt eine Fähre und ein Fischtrawler. Beides beeindruckend hohe Schiffe ca. 6-8 Stockwerke hoch ragen sie aus dem Wasser. Eine Stunde später ist es immer noch nicht dunkel. Wir suchen eine Bar. Seltsamerweise sitzt kaum jemand drinnen, was auf uns nicht gerade einladend wirkt. Nach verschiedenen Anläufen gehen wir in eine, deren Terrassentische bis auf den letzten Stuhl besetzt sind. Drinnen sind außer uns mal gerade drei Gäste. Des Rätsels Lösung ist einfach. Seit etwa einem Jahr sind Bars und Restaurants in Norwegen rauchfrei. Das erzählen uns unsere Tischnachbarn. Wir plaudern noch ein wenig über Gott, EU und die Globalisierung. Um 23:30 Uhr - dunkel ist es immer noch nicht zahlen wir 202 NOK (ca. 25 EUR.) für ein Glas Wein, einen Digestif und ein Bier (0,6). Es ist 23:30 Uhr und immer noch nicht richtig dunkel.