29.06.2005 - Stokmarknes - Hurtigruten Museum

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In Stockmarknes ist das Hurtigruten Museum zu besichtigen. Eintrittskarten können bereits an Bord erworben werden. Wir überlegen nicht lange, zumal die alte MS Finnmarken besichtigt werden kann.

Bei der Einfahrt sehen wir schon die alte Finnmarken aufgebockt am Ufer stehen. Am Kai wartet eine junge Maid in norwegischer Tracht mit einem norwegischen Wimpel in der Hand. Schön, denken wir, die wird sicher zum Museum fuhren. Falsch gedacht! Als wir endlich die Gangway herunterkommen, steht sie an der Seite und ein Korb davor während sie norwegische Lieder singt. Diese klingen schauerlich bis melancholisch. Sie müssen von ertrunkenen Fischern und tragischer Liebe handeln.

Das Tor zur Strasse wird gerade geschlossen, aber die Masse hat mit todsicheren Instinkt den Fußweg nach draussen entdeckt: Er liegt gut versteckt hinter einem Stapel Container.

Die alte Finnmarken liegt auf dieser, das Museum auf der anderen Seite der Strasse. Der Weg zum Schiff führt durch das Museum.. Wie praktisch. Es gibt dazu den üblichen Souvenirshop und ein Pub - auch keine schlechte Alternative.

Im Museum fragen wir uns zum Schiff durch: Mit dem Aufzug in den dritten und dann über den Gang. In selbigen hängen gemeinerweise Bilder von fast allen Hurtigrutenhäfen bei strahlenden Sonnenschein. Es muss Jahre gedauert haben, um diese Bilder zu machen.

Wir sind froh, dass wir unsere Fahrt jetzt machen und nicht schon 1993 - solange war die alte Finnmarken noch in Betrieb. Das ganze Schiff ist ungefähr halb so groß. Das gilt auch für die Kabinen. Den Luxus eines Bullauges haben die wenigsten. Es ist alles extrem platzsparend. Wohnmobilbauer können hier noch viel lernen. Auch die Stockwerke sind niedrige. Man hat ständig das Gefühl den Kopf einziehen zu müssen. Im Restaurant haben die Tische einen ausfahrbaren Rand, damit das Geschirr bei Sturm nicht herunterfällt. Die Brücke ist Stand der Technik fünfziger Jahre: Alles sieht aus, als ob es direkt mit 220 V Wechselstrom und Röhren läuft.

Wir gehen hinüber ins Museum. Die Anderen finden gerade zum Schiff herüber. Die Nachbildung des Maschinenraumes ist sehenswert. An der Seite ist ein antiker Starkstromschalter. Legt man ihn um wird die Maschine gestartet und hochgefahren. Das ist optisch und akustisch sehr eindrucksvoll - besonders im Bassbereich. Als alter Radioamateur interessiert mich die antike Funkstube. Vor der Zeit des Satellitentelefons war Kommunikation noch eine Wissenschaft. Bei der Kombüse zeigt sich Humor: Der Koch klammert sich knieend an der Spüle fest, während draussen die See tobt.

Es wird Zeit für den Rückmarsch. Die meisten sind im Souvenirshop hängen geblieben. Die norwegische Maid trällert immer noch ihre schaurigen Weisen vom nassen Tod. Der Korb ist gut gefüllt mit Münzen. Sie bleibt bis zum Auslaufen und winkt noch brav.

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