Das Zimmer ist trotz Warmluftheizung noch eisig. Vorsichtig stecke ich eine Zehe heraus, winde mich aus den Decken und spurte ins Bad. Die Elektroheizung hat gute Arbeit geleistet: Die Temperatur ist halbwegs angenehm. Der nächste spannende Moment naht. In welchem Zustand wird die Dusche sein? Es kommt reichlich warmes Wasser heraus. Dann kann ja nichts mehr schief gehen. Einen Föhn haben wir ebenfalls.
Zum Frühstück gibt es etwas Wurst, Käse, Tomaten in Scheiben, Croissants, Müsli, Joghurt, Egbert Douwe Kaffe, ein Sortiment abgehangener Teebeutel und zwei Sorten Säfte so wie gut abgelagertes Toastbrot. Wir besprechen mit den anderen Gästen, wie schön es wäre, wenn heute Abend der Kamin im Restaurant angeheizt würde.
Ja, vor 10 Jahren gab es zu Sylvester ein Lagerfeuer, eine mallorquinische Tanzgruppe, Menu und eine Ein-Mann-Band. Der Herr am Empfang erklärt, das Restaurant sei zu groß zum Anheizen, aber der Kamin in der Küche sei machbar. Wir suchen uns einen Rotwein aus, einen Rioja. Die Weinliste war enttäuschend kurz und teuer. Außerdem fragt Monika wg. Reitstunden.
Wir wollen heute zu einem Einkaufs- /Kinozentrum: Dem Festival-Park. Es soll dort eine Reptilienausstellung und jede Menge Restaurants geben. Die Wegbeschreibung im Reiseführer ist von Palma aus angelegt. Wir nehmen eine Ausfahrt zu früh und landen in der Prärie. Mit Garmin lassen wir den Weg ausrechnen. Wir kommen auch an, aber über Wege die sich abenteuerlich schmal an den Hügeln entlang durch die Felder schlängeln. Ein entgegenkommender Allrad-Japaner hat ein Einsehen mit uns und setzt zurück um ums vorbei zu lassen.
Im Einkaufszentrum gibt es diverse Nobelläden mit Factory Outlet Verkauf. Lloyd Schuhe, Levis Jeans etc. Die Reptilien haben gerade keine Saison. Monika kauft sich eine Weste und einen dicken Pullover gegen die Kälte. Wir fahren weiter nach Sineu zum Mittagessen. In Sineu widerstehen wir der Versuchung dem Wegweiser zum Zentrum zu folgen und fahren der Garmin Route nach. Was sich als weiser Entschluss herausstellt: Wir finden einen guten Parkplatz, den wir auf einer breiten Straße erreichen. Der Weg Richtung Centro hätte durch die berühmt berüchtigten mallorquinischen Gassen geführt... . Das Restaurant ist einfach, voll und ganz ordentlich. Bis auf den Kartoffelsalat ist alles recht gut, besonders der gekochte Tintenfisch und die Kalbszunge mit Kapern. Der Weg aus Sineu heraus ist nicht ganz so einfach. Es geht einmal um den Stadtkern herum. Die Schilder sieht man erst, wenn es zu spät ist. Aber wir finden trotzdem heraus und zurück. Es lebe die Satellitennavigation.
Im Hotel lesen wir noch etwas, sehen fern mit den neuen Horrornachrichten aus Asien von der Flutkatastrophe und machen uns fein für das Sylvesteressen. Es war gut, dass wir reserviert hatten. Es gibt einen schönen Platz am Ofen. Bei der miserablen Heizung hier sind + 10 ° C unangenehmer als 10° C bei uns. Wir bestellen einen Reiseintopf als Vorspeise, Ente mit Orange und Steak. Die Vorspeise wurde schlecht koordiniert: Sie kam erst nach dem Hauptgericht. Wir haben Sie zurückgehen lassen, da auch die anderen Portionen recht groß waren. Wir wollten ja auch noch Nachtisch essen. Die Ente war sehr gut, das Steak etwas lieblos, die Fritten dazu labberig das scheint aber eine mallorquinische Spezialität zu sein: Krosse Fritten gab es nirgends. Der Kuchen war exzellent bei der Schokoladenvariante wurde Erinnerung an Demel geweckt. Wir zahlen und erhalten unsere zwölf Weintrauben, die zum Jahreswechsel zum Glockenschlag der Madrider Rathausuhr herunterzuwürgen sind: eine Tradition die einer Traubenschwemme zu verdanken ist.
Mit einem halben Glas Rotwein fuhr ich zurück. Es kam uns auf dem schmalen Weg keiner entgegen. In dieser schmalen Zufahrt fühlte ich mich immer etwas wie Buck Rogers im Startkatapult.
Für den Kamin wechselte ich die Kleidung, da ja Kokeln angesagt war. Wir nahmen ein paar Cracker und eine Zigarre mit. Wir hörten Stimmen aus der alten Küche unserem Kaminzimmer. Das Ehepaar aus dem Hessischen war schon da und der Kamin brannte. Wir erfahren mehr zum Hotel und seinem Besitzer. Dieser ist siebzig Jahre alt und seine Tochter hatte wenig Lust das Haus zu übernehmen. Die Schilder „Zahlen Sie seine Schulden“ stellt regelmäßig ein Handwerker auf, der immer noch auf sein Geld für einen An/Umbau wartet. Der Beisitzer sei allerdings nicht mit der Qualität der Arbeit zufrieden gewesen und würde deshalb nicht zahlen. Kurz vor Mitternacht gehen wir auf unsere Terrasse, gegen zwölf essen wir die Weintrauben und schauen uns ein wenig das Feuerwerk in der Umgebung an. Anschließend geht es noch mal ins Kaminzimmer. Unsere direkte Nachbarn münchner Berliner oder so kommen auch herunter. Es wird eng und gemütlich. Wir lästern ein wenig übers Hotel. Als die Salzburger kommen Sie hatten in Sineu in einem Restaurant gefeiert, gehen wir schlafen. Wir sind immer noch hundemüde von der Anreise.