Heute wollen wir uns die Altstadt und China Town anschauen. Wir tauchen vom Hotel aus in die Katakomben Richtung Bahnhof ab. Die französische Bäckerei Première Moisson versorgt uns mit Kaffee und Klebeteilche: ein Filoze und ein Croissont almond . Der Kaffee ist ordentlich.
Dann geht es weiter Richtung Altstadt durch die Katakomben. Wir tauchen irgendwo auf. Es ist sonnig aber knackig kalt. Ich fahre die Ohrklappen meiner Mütze aus. Der Wind ist schneidend. Wir bewegen uns gen Osten und kommen direkt zum Kongesszentrum oberhalb der Altstadt. Das Kongresszentrum mit seiner Glasfacade wird erstmal ausgiebig von außen und innen fotografiert. Dann geht's weiter in die Altstadt. Wir stellen schnell fest, dass Montags die Museen geschlossen haben. Wir folgen der offiziellen Besichtigungsroute und gelangen zum Hafen. Im Sommer muß hier die Hölle los sein. Zur Zeit ist sie eingefroren. An fast allen Geschäften prangt ein "fermé".
Wir gehen auf einen der Anleger, von dem im Sommer die Besichtigungsboote starten. Das Hafenbecken ist zugefroren. Man hat von hier aus eine schöne Sicht auf die Skyline. Besonders von der Aussichtsplatform. Man sieht das Expo-Gelände und den Sankt Lorenz, der eine recht kräftige Strömung hat. Von der Seite her dröhnt etwas Disko-Musik aus der Eislaufbahn. Ein paar Meter weiter steht der Tour de l'Horloge. Im Marché des Bonsecours ist ein kanadisches Sweatshirt fällig. Motiv: Ein Bär und ein Wolf jagen einen Touristen - Titel "Canadian fast Food". Zum Essen geht's nach Chinatown in ein Dim Sum Restaurant. Wir wissen zwar nicht immer ganz genau was es ist, aber es ist lecker.
Nach dem Essen brechen wir zur Notre Dame Basilika auf. Der Weg ist steil und mit Schnee und Eis bedeckt und gut glitschig. Vor der Basilika parken einige Fiaker und warten auf Kundschaft ab 45$ ist man dabei. Die Kirche ist sehenswert: Innen viel Holz, schöne bunte Glasfenster, die durch den Sonnenschein besonders prächtig wirken und einen angenehmen Kontrast zum dunklen Holz bieten. Die Decke ist blau und mit goldenen Sternen übersät. Es erinnert an den Esssaal in Hogwarts. Der Stil ist etwas Neuschwanstein like - also hart an der Kitschkante. Aus dem hinteren Teil strömt gerade ein Pulk Teenies - vermutlich amerikanischer Provinienz - herein. Sie sind so leise, wie es ihnen halt gerade möglich ist. Gleich neben der Kirche ist ein Laden mit Weihnachtszubehör. Es ist keine Filiale von Helene Schmidt. Dann folgt eine Reihe Läden mit den ortsüblichen Souveniers: T- und Sweatshirts mit Ahornblättern, kleine Statuen von Adlern, Bären und Elchen, "Do not feed the Bear"-Schilder und Aufkleber in allen Größen und Fleecejacken mit kanadischer (Winter-)Landschaft auf dem Rücken Wir gehen langsam in Richtung Rue Sainte Catherine/Universität. Die Gegend ist recht pittoresk: die Uni, Buchhandlungen, größere und kleinere Theater, Restaurants und dazwischen einige Sex-Shops und Peep-Shows. Einige Häuser bzw. Hauswände sind mit großflächigen Graffities versehen. Langsam steuern wir das Hotel an. Die letzten Meter geht es durch die Einkaufskatakomben.
Abends sind wir im Upstairs. Eine Jazz-Kneipe mit passabler Küche. Die Jam Session kostet 3$ Eintritt pro Nase und wird mit den Getränken kassiert. Die Musiker - Klavier, Bass und Schlagzeug - sind sehr gut. Gegen 22:00 Uhr meldet sich der Jetlag und wir gehen zurück ins Hotel. Es ist knackig kalt geworden. Auf einem Parkplatz belädt ein Radlader einen Truck mit Schnee. Wir versuchen nicht auszurutschen, da der Fußweg mit der tückischen Kombination aus Altschnee und Eis bedeckt ist.