Die angekündigten 20cm Schnee fallen gerade herunter. Draußen piepst der Rückwärtsgang des Radladers, der Schnee in die LKWs schaufelt. Es röcheln ein paar Karnevals Tröten. Wie frühstücken im Chez Temporel. An einer Stelle in der Wand, wo wohl mal eine Tür war, sind nun die nackten Steine zu sehen. Das ganze schaut aus wie ein Bilderrahmen. Mittendrin prangt ein Messingschild mit folgender Weisheit: "un intellectuel est quelqu'un qui regarde une saussice et pense à Picasso - Alan Patrick Herbert". Passt gut zum heutigen Tag, da wir noch das Kunstmuseum besuchen wollen.
Es schneit und schneit. Die Räumkommandos geben ihr bestes. Wir laufen durch den Schnee wie durch losen Sand. Die Autos kämpfen mit der Glätte. Die Fahrer fräsen sich die Berge hinauf. Bis zum Museum ist ein ziemlich Marsch. Wir gehen erst die Jean Paul entlang, dann den Berg hinauf zur Grand Allee. Die Fusswege sind wenig bis gar nicht geräumt. Irgendwann kommen wir an.
Das Museum ist im ehemaligen Knast untergebracht. Man kann noch die Zellen besichtigen, klein aber dafür ohne WC. Es gibt eine Picasso-Ausstellung aus der Zeit von Antibes, Historische Ereingnisse in der Kunst, Inuit-Kunst, Künstler aus Quebec und jüdische Kunst aus der Zeit zwischen den Kriegen. In der Inuit-Ausstellung sind sowohl zeitgenössische Werke als auch historische zu sehen. Nach Picasso ist dies der interessante Teil.
Es schneit nicht mehr, dafür wird es aber wieder kälter. Wir gehen durch den Park und das Festival-Gelände zurück. Der Quebecker Beitrag zum Schneeskulpturen-Wettbewerb, der Loup-Garou hat zwei Preise bekommen.
Wir gehen weiter ins Hotel uns vor dem Abendessen noch etwas aufwärmen. Im "Aux Anciens Canadiens" gibt es eine Mischung aus französischer und kanadischer Küche: Wild plus Ahorn aber auch Ente. Das Interieur ist ländlich antik. Das Essen ist gut. Wir trinken einen kanadischen Rotwein - Traubensorte unbekannt. Der Nachtisch ist reichlich und verklebt den Magen. Der Ahornschnaps und der Shot vom Haus - Vodka mit Raspberry - hilft etwas.