Kein Vorabend-Check-In bei Air Canada. Das ist aber nicht so tragisch, da der Flieger erst um 11:25 Uhr geht. Zur Einstimmung hat es etwas geschneit, also packen wir erst den Wagen aus, dann die Koffer in selbigen und zockeln zum Flughafen.
Es herrscht samstägliche Ruhe und wir sind zeitig beim Check-In. Die ersten zwei Schalter sind verweist und nicht zuständig. Wir versuchen den Self-Service aber Kollege Computer kennt unsere Buchung nicht und wir werden zur Schlange geschickt.
Am Schalter nebenan geht gerade ein kleiner Ritter mit seinen Eltern Richtung Sicherheitskontrolle. Ob das Plastikschwert wohl durchkommt?
Es gibt wieder Probleme mit der Buchung. Nach dem fünften oder sechsten Versuch haben wir unsere Bordkarte: Air Canada hatte bei den weiteren Flügen umdisponiert, so war das E-Ticket eigentlich nicht mehr gültig... . Unser Flieger hat jetzt schon eine halbe Stunde Verspätung - ob wir unseren Anschluss in Toronto bekommen - Am Gate weiß man mehr... - Wir werden sehen.
Inzwischen steht die entnervte Mutter des Ritters - "Haben Sie ihn nicht schreien hören?" - neben uns und versieht das Plastikschwert mit einem Adress-Anhänger.
Nach einem halben Strip-tease (Gürtel, Schuhe) und gründlichem Abgrabbeln sind wir endlich drin und frühstücken erst einmal. Dann schlendern wir Richtung Gate. Nach der Passkontrolle kommen wir zum richtigen Duty Free. Wg. 09.11 ist das aber auch nicht mehr interessant. In Toronto muss das ins Gepäck. Wer den übrigen Krempel kauft ist mir jedes Mal ein Rätsel .
Am Gate ist eine lange Schlange - mindestens noch ein Flug hatte Verspätung - und unser Abflug ist inzwischen auf 12:45 Uhr gerutscht. Ursache ist ein großer Schneesturm. Ob wir unseren Anschluss noch bekommen - "Wir können da nichts tun. In Toronto kümmert man sich sicher darum..."
Einsteigen und Flug sind unspektakulär. Immer wenn es was zu trinken gibt, gibt es dazu passend Turbulenzen. Die Maschine sieht schon ein wenig betagt aus - wie das Boardkino (Forrest Gump). Wir holen etwas Schlaf nach. Das Essen ist OK und es wird öfter gefragt, ob man etwas trinken möchte. Wir landen in Toronto als unser Anschluss-Flug gerade abgehoben hat. Für den Weiterflug gibt es aktuelle Informationen am Boden. Wir müssen erst durch die Passkontrolle (gut organisiert und freundlich), dann den Koffer in Empfang nehmen und persönlich durch den Zoll tragen und dann wieder für den Inlanndsflug abgeben. Wie das in 1,5 h klappen soll ist rätselhaft.
Beim Ausstieg stehen eine Stewardess und ein Steward, die jedem sagen, dass es zu den Anschlussflüge am Ende des Ganges geht. Mann ist das weit. Ich habe das Gefühl den halben Weg nach Montreal zu Fuß hinter mich gebracht zu haben. Und keine Air Canada weit und breit.
Am Gepäckband tröpfeln die Koffer im Fünf-Minuten Rhythmus heraus. Nach einer halben Stunde entschuldigt sich der Lautsprecher wg. Der Verzögerung wg. "jammed lugage transport system". Nach gut einer Stunde Warterei haben wir unser Gepäck. Der Zoll winkt uns durch.
Mit gültigem Boarding Pass könnten wir unsere Koffer aufs Band stellen. So dürfen wir uns in die lange Schlange ebenfalls verspäteter und genervter Passagiere einreihen. Das HB-Männchen in mir läuft sich warm. Meine Chancen stehen nicht schlecht, von einem Taser angeschossen zu werden.
Nach weitetern 30 Minuten sind wir am Check-In. Die Dame auf der anderen Seite ist genauso entnervt wie wir. Die 19:00 Uhr Maschine haben wir um zwei Minuten verpasst. Sie bucht uns auf 22:30 Uhr fix und auf 20:00 Uhr Stand by. Unsere Koffer kriegen weisse und orange Banderolen, wir wuchten sie aufs Band.
Dann geht's durch die Sicherheitskontrolle zum Gate. Man ist hier nicht so ernst wie in München. Wir haben eine halbe Stunde Zeit und wollen etwas essen und trinken. Die Qual der Wahl: Es gibt vier recht interessant aussehende Imbisse. Der mit dem Faßbier macht das Rennen. Wir sagen im Hotel bescheid, dass es später wird - "no problem" - und hoffen auf unser Standby Glück. Wir können tatsächlich einsteigen, aber....
Erst verzögern irgendwelche vereisten Rohre den Weiterflug, dann muß der Flieger gebootet werden, was nochmal 5 Minuten dauert. Um 21:15 Uhr geht es endlich weiter. Die anderen Passagiere haben auch schon einige Geduldsproben hinter sich.
In Montréal warten wir nochmal fast eine Stunde aufs Gepäck. "Jammed Luggage System" mußeine kanadische Spezialität sein. Im Taxi geht's zum Hotel. Fix und Foxi plumpsen wir ins grand Lit. Kaum zu glauben, dass wir doch noch am selben Tag angekommen sind.